Trading-Lexikon
Ein standardisierter Vertrag, der zwei Parteien verpflichtet, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis und Datum zu kaufen oder zu verkaufen. Futures werden an Börsen wie der CME gehandelt und sind die Grundlage des professionellen Tradings.
Das Finanzinstrument, auf das sich ein Futures-Kontrakt bezieht. Beim ES ist der Basiswert der S&P 500 Index, beim NQ der NASDAQ-100 Index.
Mit einem kleinen Kapitalanteil (Margin) können Futures-Positionen gesteuert werden, deren Gesamtwert ein Vielfaches davon beträgt. Ein ES-Kontrakt hat einen Nominalwert von ca. 275.000 $, wird aber mit deutlich weniger Margin gehandelt.
Du kaufst einen Futures-Kontrakt in der Erwartung, dass der Preis steigt. Steigt er, machst du Gewinn; fällt er, entsteht ein Verlust. „Long sein" bedeutet: du profitierst von steigenden Kursen.
Du verkaufst einen Futures-Kontrakt, den du nicht besitzt, in der Erwartung fallender Preise. Bei Futures ist das ebenso einfach möglich wie ein Kauf. „Short gehen" bedeutet: du profitierst von sinkenden Kursen.
Die Gesamtzahl aller offenen (noch nicht geschlossenen) Futures-Kontrakte in einem Markt. Hoher Open Interest zeigt starkes Marktinteresse; sinkt er stark, verlassen Teilnehmer den Markt.
Wenn ein Futures-Kontrakt ausläuft, schließen Trader die auslaufende Position und eröffnen dieselbe im nächsten Verfallsmonat. Dieser Vorgang heißt „Rollen" des Kontrakts.
Der festgelegte Termin, an dem ein Futures-Kontrakt ausläuft und abgerechnet wird. Für Aktienindex-Futures gilt meist der dritte Freitag im Verfallsmonat (März, Juni, September, Dezember).
Die abschließende Abrechnung eines Futures-Kontrakts bei Verfall. Bei Aktienindex-Futures (ES, NQ) erfolgt das Settlement in bar (Cash Settlement) – es gibt keine physische Lieferung.
Ein Futures-Markt ist in Contango, wenn der Futures-Preis über dem aktuellen Kassapreis liegt. Das ist der Normalzustand für Aktienindex-Futures, da Zinsen und Haltekosten eingepreist werden.
Gegenteil von Contango: Der Futures-Preis liegt unter dem Kassapreis. Bei Aktienindizes selten, kann aber bei hoher Nachfrage nach kurzfristiger Absicherung auftreten.
Kann zwei Bedeutungen haben: (1) Die Differenz zwischen Geldkurs (Bid) und Briefkurs (Ask) – je kleiner, desto günstiger der Handel. (2) Eine Strategie, bei der man gleichzeitig kauft und verkauft.
Der rechnerisch „faire" Preis eines Futures-Kontrakts, berechnet aus Kassapreis, Zinsen und Dividenden. Liegt der Futures-Preis darüber, gilt er als „teuer"; darunter als „günstig".
Alle Futures-Kontrakte haben fixe, von der Börse festgelegte Bedingungen: Kontraktgröße, Tickgröße, Verfallsdatum und Lieferbedingungen. Das macht sie handelbar und direkt vergleichbar.
Der meistgehandelte Aktienindex-Futures der Welt, bildet den S&P 500 ab. Punktwert: $50 pro Punkt · Tickgröße: 0,25 Punkte = $12,50 pro Tick. Gehandelt an der CME, nahezu rund um die Uhr verfügbar.
Futures auf den NASDAQ-100 mit starkem Fokus auf Technologiewerte. Punktwert: $20 pro Punkt · Tick-Wert: $5,00. Volatiler als ES, daher Favorit aktiver Daytrader.
Mikro-Version des ES mit 1/10 der Kontraktgröße. Punktwert: $5 · Tick-Wert: $1,25. Ideal zum Lernen und für kleine Konten – gleiche Marktstruktur wie der ES, minimales Risiko.
Mikro-Version des NQ mit 1/10 der Kontraktgröße. Punktwert: $2 · Tick-Wert: $0,50. Bestes Instrument zum risikoarmen Einstieg mit echtem Kapital.
Die kleinste mögliche Preisbewegung in einem Futures-Markt. Bei ES und NQ beträgt die Tickgröße 0,25 Indexpunkte. Jeder Tick hat einen festen Geldwert.
Der Geldwert einer einzelnen Tick-Bewegung. ES: $12,50 · NQ: $5,00 · MES: $1,25 · MNQ: $0,50. Wer diesen Wert kennt, kann sofort berechnen, wie viel eine Bewegung einbringt oder kostet.
Der Geldwert einer vollen Punkt-Bewegung (= 4 Ticks). ES: $50 pro Punkt · NQ: $20 pro Punkt. Wer im ES 10 Punkte macht, verdient $500 – pro Kontrakt.
Die Gesamtgröße eines Futures-Kontrakts. Ein ES-Kontrakt hat ca. $275.000 Nominalwert. Deshalb ist Hebelwirkung zentral – die Margin ist nur ein kleiner Bruchteil davon.
Die weltweit größte Terminbörse. Hier werden ES, NQ, MES, MNQ und viele weitere Futures gehandelt. Die CME legt Marginanforderungen und Kontraktspezifikationen fest.
ES und NQ sind nahezu 24 Stunden handelbar (23:00–22:00 Uhr MEZ, kurze tägliche Pause). Die aktivste Zeit ist die US-Hauptsession: 15:30–22:00 Uhr MEZ. Höchste Liquidität direkt zum US-Marktöffnung.
Der Geldbetrag, den du als Sicherheitsleistung hinterlegen musst, um eine Futures-Position zu eröffnen. Wird von der CME festgelegt und regelmäßig angepasst. Typisch: $1.000–$15.000 für einen ES-Kontrakt.
Der Mindestbetrag, der auf deinem Konto verbleiben muss, solange eine Position offen ist. Sinkt dein Kontostand darunter, erhältst du einen Margin Call.
Eine Aufforderung des Brokers, sofort Kapital nachzuschießen oder Positionen zu schließen, weil dein Kontostand unter die Maintenance Margin gefallen ist. Im Futures-Trading kann das sehr schnell passieren.
Die erhöhte Margin, die für Positionen gilt, die über Nacht gehalten werden. Deutlich höher als die Day-Trading Margin, da das Übernachtrisiko durch Nachrichten und Gaps größer ist.
Ermäßigte Margin für Positionen, die innerhalb einer Handelssession eröffnet und geschlossen werden. Niedrigere Kapitalanforderung – aber alle Positionen müssen vor Handelsschluss geschlossen sein.
Eine sofortige Order zum besten verfügbaren Preis. Garantiert Ausführung, aber nicht den genauen Preis. Bei liquiden Märkten wie ES/NQ ist die Preisabweichung meist minimal.
Eine Order, die nur zu einem bestimmten Preis oder besser ausgeführt wird. Gibt dir Preiskontrolle, aber keine Ausführungsgarantie. Professionelle Trader nutzen hauptsächlich Limit Orders.
Wird aktiv, wenn ein bestimmter Preis erreicht wird, und kauft oder verkauft dann zum nächsten Marktpreis. Wird häufig als Stop Loss eingesetzt, um Verluste zu begrenzen.
Kombiniert Stop und Limit: Wenn der Stop-Preis erreicht wird, wird eine Limit Order platziert. Schützt vor extremem Slippage, birgt aber das Risiko, bei schnellen Bewegungen nicht ausgeführt zu werden.
Ein Stop Loss, der dem Kurs automatisch in Trendrichtung folgt. Steigt der Kurs um 10 Punkte, zieht der Stop 10 Punkte nach – sichert Gewinne, ohne manuell einzugreifen.
Zwei Orders werden gleichzeitig platziert: Wird eine ausgeführt, wird die andere automatisch storniert. Klassisch: Take Profit und Stop Loss gleichzeitig setzen.
Eine kombinierte Order, die gleichzeitig Take Profit und Stop Loss um eine Entry-Order legt. Perfekt für automatisches Risikomanagement direkt nach dem Einstieg.
Der Moment, in dem deine Order vollständig am Markt ausgeführt wurde. „Ich bin gefillt" bedeutet: meine Position ist eröffnet. Wird die Order nur teilweise ausgeführt, spricht man von einem Partial Fill.
Die Differenz zwischen dem erwarteten Ausführungspreis und dem tatsächlich erhaltenen Preis. Bei Market Orders in wenig liquiden Phasen oder bei News-Events kann Slippage erheblich sein.
Deine Order wird nur teilweise ausgeführt, weil nicht genug Gegenaufträge zum gewünschten Preis verfügbar waren. Der Rest der Order bleibt offen oder wird storniert.
Die Analyse, welche Orders am Markt ausgeführt werden – und von wem (aggressiv vs. passiv). Orderflow gibt Einblick in die wahre Nachfrage hinter jeder Kerze und ist das Herzstück des professionellen Futures-Tradings.
Ein spezieller Chart, der jede Kerze in einzelne Preislevel aufschlüsselt und das gehandelte Volumen je Level – getrennt nach Käufen und Verkäufen – anzeigt. Gibt Einblicke, die kein normaler Candlestick-Chart bietet.
Die Differenz zwischen aggressiven Käufen und aggressiven Verkäufen. Positives Delta: Käufer dominant. Negatives Delta: Verkäufer dominant. Wird pro Kerze oder Preislevel angezeigt.
Summe aller Delta-Werte über einen Zeitraum. Steigt der Kurs, aber das CVD fällt → Delta-Divergenz → mögliches Warnsignal für eine Trendumkehr oder nachlassende Stärke.
In einem Footprint-Chart: Wenn auf einer Seite (Bid oder Ask) deutlich mehr Volumen gehandelt wurde als auf der anderen – oft 300 % oder mehr. Markiert Preislevel mit starker einseitiger Aggression.
Mehrere Imbalances direkt übereinander auf aufeinanderfolgenden Preisleveln. Zeigen besonders starke gerichtete Aggression und dienen häufig als Kursziele für spätere Preisbewegungen.
Der Preis bewegt sich trotz starker aggressiver Orders nicht weiter – weil große passive Limite auf der Gegenseite alle Aufträge „absorbieren". Ein Signal für institutionelles Interesse an diesem Level.
Trader, die zu Marktpreisen kaufen oder verkaufen (Market Orders). Sie nehmen Liquidität aus dem Orderbuch und treiben den Preis. Im Gegensatz dazu stehen passive Marktteilnehmer mit Limit Orders.
Bid = der höchste Preis, den ein Käufer zahlen will. Ask = der niedrigste Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist. Der Spread ist die Differenz zwischen Bid und Ask.
Eine Echtzeit-Ansicht aller offenen Kauf- und Verkaufsorders auf verschiedenen Preisleveln. Zeigt, wo Liquidität liegt und wo große Akteure mit Limit Orders „mauern".
Zeigt, wie viel Volumen auf welchem Preisniveau gehandelt wurde. Hohe Volumenlevel = Akzeptanzzonen. Niedrige Volumenlevel = dünne Bereiche, die der Markt schnell durchläuft.
Das Preisniveau mit dem höchsten gehandelten Volumen innerhalb eines Volume Profiles. Gilt als starker Magnetpunkt – der Preis kehrt statistisch oft an den POC zurück.
Der Bereich im Volume Profile, in dem 70 % des gesamten Volumens gehandelt wurde. Preise innerhalb der Value Area gelten als „faire Zone". Preise außerhalb können zurückkehren.
VAH (Value Area High) und VAL (Value Area Low) sind die obere und untere Grenze der Value Area. Klassische Support- und Resistance-Bereiche im Volume-Profile-Trading.
Der volumengewichtete Durchschnittspreis eines Handelstages. Institutionelle Trader nutzen VWAP als Benchmark. Preis über VWAP gilt als bullisch, darunter als bärisch.
Das direkte Beobachten von Kursband (Time & Sales) und DOM in Echtzeit, um Muster in der Auftragserteilung zu erkennen. Eine klassische Technik des professionellen Tradings.
Zwangsweises Schließen einer Position bei Margin-Unterschreitung oder erreichtem Verlustlimit. Massenhafte Short-Liquidationen können explosive Kursanstiege (Short-Squeeze) auslösen.
Eine vorher festgelegte Order, die eine Verlustposition automatisch schließt. Das wichtigste Werkzeug im Risikomanagement. Kein Trade ohne Stop Loss – das ist die erste Regel des professionellen Traders.
Eine vorher festgelegte Order, die eine Gewinnposition automatisch schließt, wenn ein Zielpreis erreicht wird. Verhindert, dass Gewinne durch Zögern in Verluste umschlagen.
Verhältnis von möglichem Verlust zu möglichem Gewinn. Ein R/R von 1:2 bedeutet: Riskiere 100 $, um 200 $ zu verdienen. Ab 1:1,5 ist profitables Trading mit weniger als 50 % Win Rate möglich.
Bestimmt, wie viele Kontrakte du pro Trade handelst. Richtige Positionsgröße ist entscheidend: Nie mehr als 1–2 % des Kontoguthabens pro Trade riskieren. Zu große Positionen vernichten Konten.
Der Rückgang vom höchsten Kontostand bis zum aktuellen Tiefpunkt. Ein Drawdown von 10 % bedeutet, dein Konto steht 10 % unter seinem bisherigen Maximum. Teil jedes Trading-Systems.
Der größte Drawdown in einem bestimmten Zeitraum. Prop Firms nutzen diesen Wert als harte Grenze – wird er überschritten, wird das Konto gesperrt.
Prozentualer Anteil der Gewinn-Trades an allen Trades. Eine hohe Win Rate allein sagt nichts – entscheidend ist das Zusammenspiel mit dem R/R-Verhältnis.
Formel: (Win Rate × ∅ Gewinn) – (Verlustrate × ∅ Verlust). Positiver Erwartungswert = langfristig profitables System. Jeder ernsthafte Trader berechnet diesen Wert.
Misst Trades in Einheiten des Risikos. Ein Trade, bei dem du 100 $ riskiert und 300 $ gewonnen hast, ist ein 3R-Trade. Einfache Methode, Systemperformance risikounabhängig zu vergleichen.
Der absolute Geldbetrag, den du in einem Trade maximal verlieren kannst. Sollte immer als Prozentsatz des Gesamtkapitals definiert sein – in der Regel 0,5–2 % pro Trade.
Die Angst, eine Bewegung zu verpassen, die einen dazu verleitet, zu spät und unüberlegt einzusteigen. Eine der häufigsten Verlustursachen. Bestes Gegenmittel: ein klarer Trading Plan.
Impulsives Nachtraden nach einem Verlust, um ihn sofort wieder hereinzuholen. Führt fast immer zu weiteren, größeren Verlusten. Einzige richtige Reaktion: Pause einlegen und reflektieren.
Zu viele Trades, zu hohe Positionsgrößen oder das Handeln ohne klares Setup. Oft getrieben von Langeweile oder dem Drang, „immer dabei sein zu müssen". Zerstört langfristig jeden Edge.
Ein schriftliches Regelwerk, das definiert: wann du einsteigst, wo dein Stop Loss liegt, wann du Gewinne nimmst und wann du aufhörst. Wer ohne Plan handelt, handelt gegen sich selbst.
Testen einer Handelsstrategie an historischen Kursdaten, um zu prüfen, ob sie in der Vergangenheit profitabel gewesen wäre. Kein Garant für die Zukunft, aber ein wichtiger Selektionsprozess.
Handel ohne echtes Geld, aber mit realen Marktdaten. Ideal für Einsteiger, um Strategien und Plattformen zu testen – ohne finanzielles Risiko. Wichtig: Emotionen funktionieren mit echtem Geld anders.
Ein statistischer Vorteil gegenüber dem Markt: eine Strategie, die langfristig mehr gewinnt als sie verliert. Ohne Edge ist Trading reines Glücksspiel. Einen Edge zu finden und zu bewahren ist das zentrale Ziel.
Das konsequente Einhalten des eigenen Trading-Plans, auch wenn es schwerfällt. Disziplin trennt professionelle Trader von Verlierern mehr als jede Strategie oder Technik.
Die Tendenz, nur Informationen wahrzunehmen, die die eigene Marktmeinung bestätigen. Gegenteilige Signale werden ignoriert. Führt zu Fehlentscheidungen und blinden Flecken im Trading.